Alles wird aufgezeichnet
Jede App, die du aus einem offiziellen Store herunterlädst, wird dauerhaft in deinem Kaufverlauf gespeichert. Egal ob kostenlos. Egal ob du sie eine Minute später löschst. Der Eintrag bleibt mit deinem Konto verknüpft: welche App es war, wann du sie installiert hast und auf welchem Gerät. Wenn du ein Familienkonto teilst, kann jedes Familienmitglied es sehen.
Das ist kein Fehler. So funktionieren App Stores nun mal. Sie sind darauf ausgelegt, alles zu protokollieren, weil diese Aufzeichnungen nützlich sind, um Updates anzubieten, Apps auf neuen Geräten wiederherzustellen und natürlich um Käufe abzurechnen. Aber es hat einen Nebeneffekt, den viele nicht kennen: Jede App, die du installierst, wird dauerhaft mit deiner Identität verknüpft.
Ist das wichtig?
Das kommt darauf an, was du installierst. Bei einem Spiel oder einer Wetter-App wahrscheinlich nicht. Aber bei einer privaten Messaging-App, einer App für psychische Gesundheit, einer App für Rechtsberatung oder irgendetwas anderem, das du lieber für dich behalten würdest, ist allein die Tatsache, dass sie in deinem Verlauf erscheint, schon ein Informationsleck. Nicht über das, was du in der App sagst, sondern über die Tatsache, dass du sie nutzt.
Denk mal so darüber nach: Du musst die Nachrichten von jemandem nicht lesen, um etwas über diese Person zu wissen. Zu wissen, welche Apps jemand installiert hat, sagt schon viel. Eine Dating-App, eine Jobsuche-App, eine private Chat-App. Allein der Name der App erzählt eine Geschichte.
Apps, die nicht über den Store laufen
Es gibt eine Technologie, die es ermöglicht, Anwendungen direkt über den Browser zu installieren, ohne über einen Store zu gehen. Sie heißen PWAs — Progressive Web Apps. Sie funktionieren genau wie eine native App: Sie haben ihr Icon auf dem Startbildschirm, senden Benachrichtigungen, funktionieren offline. Aber sie hinterlassen keinen Eintrag in irgendeinem Kaufverlauf, weil sie nie über einen Store gelaufen sind.
Wenn du eine PWA von deinem Gerät löschst, verschwindet alles. Das Icon, die Daten, der Cache. Es bleibt keine Spur in deinem Konto. Niemand — nicht der Hersteller deines Handys, nicht der Anbieter deines Kontos — kann wissen, dass du sie jemals installiert hattest. Die einzige Person, die sie sehen kann, ist jemand, der dein Handy in der Hand hält und auf den Startbildschirm schaut.
Gibt es Nachteile?
Ja, einen. Man muss sie manuell installieren. Statt im Store zu suchen und auf "Installieren" zu tippen, öffnest du den Browser, besuchst die Webseite und wählst "Zum Startbildschirm hinzufügen". Es sind zwei Schritte mehr. Dafür wird nirgendwo ein Eintrag hinterlassen. Ein fairer Tausch, wenn dir Privatsphäre wichtig ist.
Die andere Überlegung ist, dass dein Datentresor im Browser lebt, in dem du die App installiert hast. Wenn du den Browser wechselst, fängst du von vorn an. Es ist wie ein Tresor, der in eine Wand eingebaut ist: Wenn du umziehst, bleibt der Tresor. Aber das ist weniger ein Nachteil als eine Garantie: Deine Daten sind dort, wo du sie hingelegt hast, und nirgendwo sonst.
Der Eintrag, der nicht existiert
Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen dem Löschen eines Eintrags und einem Eintrag, der nie existiert hat. Wenn du eine App aus dem Store löschst, ist der Eintrag immer noch da. Wenn du eine PWA löschst, gibt es keinen Eintrag zum Löschen. Es gab nie einen. Dieser Unterschied scheint subtil, aber er ist enorm.
Denn echte Privatsphäre bedeutet nicht, seine Spuren verwischen zu können. Sondern keine zu hinterlassen.